Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. (Ps 84,4)
Bis Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts stand an der Stelle der Turnhalle eine evangelische Kirche. Das im neugotischen Stil errichtete zweischiffige Gebäude mit einem 54 Meter hohen Turm und einem geräumigen Innenraum war ein Ort des Gebets und der religiösen Verehrung für die Gläubigen der evangelischen Gemeinde in Kcynia (früher Exin).
Die Kirche diente den deutschen Einwohnern von Kcynia (Exin) und der Umgebung bis 1945. Um die Jahreswende 1969/1970 wurde sie auf Beschluss der örtlichen Behörden abgerissen. Die einzigen Überbleibsel davon sind die Kastanienallee und die Steinmauer, die das Gotteshaus einst umgab. Sein Aussehen können wir heute nur noch auf erhaltenen Archivfotos und Postkarten bewundern.
In der Nähe befanden sich das Pfarrhaus und das Gemeindehaus, in dem eine Unterkunft für Bedürftige und ein Kindergarten untergebracht waren (die Gebäude existieren bis heute).
Die Anwesenheit von Deutschen in Kcynia (Exin) reicht bis in die Zeit der Stadtgründung zurück. Durch die Aktivitäten der deutschen Kolonisationskommission, die nach der ersten Teilung Polens von den Polen Land abkaufte, zogen nach und nach deutsche Siedler in das Gebiet. Sie brauchten einen Ort zum Beten.
Das erste Gebetshaus wurde in den Jahren 1780-81 gebaut. Es war ein einfaches Fachwerkgebäude. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann ein neues Gotteshaus errichtet, bis schließlich, zwischen 1911 und 1913, die letzte, dritte Kirche entstand. Geräumig, mit Platz für mehr als 700 Personen, mit einem hohen Turm, einer Uhr und einem goldenen Kreuz auf der Dachspitze. Der Hauptaltar zeigte ein Bild des auferstandenen Jesus und in den Buntglasfenstern waren die Wappen der örtlichen deutschen Grundbesitzerfamilien abgebildet.
Zum Gedenken an die deutschen Einwohner von Kcynia (Exin), die an diesem Ort ihre Gebete an Gott gerichtet haben.
Kcynia (Exin), Oktober 2023
tłumaczyła: Joanna Krzoska, Zespół Szkół Technicznych
korekta: Matthias Theiner, Niemcy